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In der Sommerausgabe 2020 von „34 Das Magazin“ berichtet Ulf Schaumlöffel über den HDC-Preisträger Darius Zalzadeh und sein Schaukelpferd GALOP:

„Irgendwas mit Holz – Nachhaltige Formgebung mittels additiven Fertigungsverfahren“ hieß das Thema, dass sich Produktdesign-Student Darius Zalzadeh für seine Diplomarbeit ausgesucht hatte. Dass er mit seinem daraus entstandenen Schaukelpferd „GALOP“ die Hessen Design Competition 2020 im Rahmen der Nachwuchsförderung von Hessen Design e.V. in der Kategorie Kids gewann, überraschte den 35-jährigen Absolvent der Kunsthochschule Kassel.

Die Leidenschaft für besondere Fertigungs- und Verarbeitungs-Methoden war für den ehemaligen Maschinenbau-Studenten schon immer sehr groß. Für seine Diplomarbeit hat der Kasseler die Leidenschaft für den 3-D-Druck mit seiner Liebe für Präzision und Details sowie seinem umfangreichem Wissen über Materialien und deren Verarbeitungsmethoden verbunden. Im Eames Stil gestaltete er mit seinem Schaukelpferd „GALOP“ aus Formsperrholz und Stahlrohr einen Interieurgegenstand mit nahezu ikonischer Silhouette, der nicht nur Kleinkinder begeistern wird. „Ich habe auch schon drauf gesessen“, gesteht der HDC-Preisträger. „Das Schaukelpferd hält ohne Weiteres 80 Kilogramm aus.“ Gedacht ist es natürlich für Kinder, wird seinen Platz aber sicherlich auch außerhalb von Kinderzimmern finden und so sicher einige Wohnräume gestalterisch aufwerten und spielerisch erweitern.

„Ich wollte gerne etwas minimalistisches und zeitloses gestalten. Durch die Auseinandersetzung mit dem Werk von Charles und Ray Eames und der Gegebenheit, dass ich selbst Vater geworden bin, entstand der Wunsch ein Kindermöbel zu entwerfen. Das Gestell wird aus einem Stück Rohr gebogen und integriert den Haltegriff, die Kufen sowie die Aufnahme der Sitzfläche. Der Sitz aus formverleimten Furnierlagen wurde mit 3-D-gedruckten Presswerkzeugen hergestellt und verpresst, ein innovatives Fertigungsverfahren mit welchem ich mich innerhalb meiner Arbeit auseinandersetzte.“

Unterstützung in Form von Furnieren und Know-how bekam er von der Firma Fritz Becker GmbH & Co. KG die seine Diplomarbeit begleitete. Durch zwei Stipendien, eines von Ikea und ein weiteres des Otto-Braun-Fonds (Universität Kassel, Kunsthochschule Kassel und die B. Braun Melsungen AG) konnte Herr Zalzadeh sich einen größeren 3-D-Drucker zur Umsetzung der benötigten Pressformen anschaffen.

Der Nachwuchs-Designwettbewerb Hessen Design Competition zeichnet sich insbesondere dadurch aus, die Preisträger*innen durch ein Mentoring nachhaltig zu fördern. Dem Designtalent Darius Zalzadeh wird so die Chance gegeben, der Markteinführung seines Produktes einen weiteren Schritt näherzukommen. Der Nachwuchsdesigner wird während des Wettbewerbszeitraumes durch ein umfassendes Coaching-Programm und professionelle Beratungen gefördert und für die Realisation seiner Prototypen finanziell unterstützt.

Aktuell beschäftigt sich der Student mit Sicherheitsaspekten und CE-Prüfzeichen rund um sein Werk. Ein Verkaufspreis steht bis jetzt noch nicht fest. „Dazu müssen die Fertigungskosten noch genauer kalkuliert werden.“

Fotos in „34 Das Magazin“ von Ulf Schaumlöffel